Zuerst klären, was das Volumen belegt
PDF-Optimierung bedeutet nicht blindes Komprimieren, sondern erfordert zuerst die Kenntnis, wo das Volumen hauptsächlich liegt. Typische Verteilung:
- Bilder: Bei gescannten Dokumenten machen Bilder über 80 % aus, der mit Abstand größte Anteil
- Schriftarten: Ein chinesisches PDF mit vollständig eingebetteten Schriftarten kann mehrere zehn Megabyte groß sein
- Metadaten: meist klein, aber angesammelt auch einige KB bis zehn KB
- Redundante Objekte: durch Zusammenführen und Bearbeiten entstandene verwaiste Objekte, 5 % bis 15 %
Eine zielgerichtete Behandlung ist wesentlich effektiver als pauschales Starkomprimieren. Beim Verwenden des PDF-Komprimierungswerkzeugs zuerst die Volumenänderung vor und nach der Optimierung betrachten, um zu beurteilen, welche Inhaltsart dominiert.
Bildoptimierung (am wirkungsvollsten)
Herunterrechnen (Downsampling)
Hochauflösende Bilder auf einen angemessenen DPI-Wert reduzieren. Für Bildschirmlesung reichen 100 bis 150 DPI, für den Druck 200 bis 300 DPI. Gescannte Dokumente haben oft 300+ DPI, eine Stufe weniger reduziert das Volumen sofort.
Neukodierung
- Fotos als JPEG, Qualität 70 bis 80, optisch kein merklicher Verlust
- Strichzeichnungen und Bilder mit Transparenz als PNG
- Schwarz-weiß gescannte Dokumente als CCITT G4, kleinstes Volumen
Duplikate zusammenführen
Wenn dasselbe Logo auf jeder Seite eingebettet wird, wird es mehrfach gespeichert. Optimierungswerkzeuge können deduplizieren, nur einmal speichern und referenzieren.
Schriftartenoptimierung
Teilmengenbildung
Nur die im Dokument tatsächlich verwendeten Glyphen einbetten. Eine vollständige Song-Schriftart hat zehntausende Zeichen, das Dokument verwendet nur wenige hundert; nach der Teilmengenbildung kann der Schriftartteil von mehreren zehn Megabyte auf einige zehn KB schrumpfen. Für die Optimierung chinesischer PDFs ein Muss.
Unbenutzte Schriftarten entfernen
Im Dokument deklarierte, aber nicht tatsächlich verwendete Schriftarten entfernen.
Metadaten- und Redundanzbereinigung
Metadaten reduzieren
Überflüssige, von der Bearbeitungssoftware hinterlassene Metadaten (Autor, Änderungsverlauf, Softwareinformationen) entfernen, das Wesentliche behalten. Bei Datenschutzbedenken kann dieser Schritt auch Felder mit Autoreninformationen entfernen.
Redundante Objekte bereinigen
Nach Zusammenführungen und mehrfachen Bearbeitungen bleiben nicht referenzierte XObjects und verwaiste Streams. Ein Clean-Up spart 5 % bis 15 %.
Objektstreams komprimieren
Mehrere Objekte in einen komprimierten Stream packen, alle modernen PDFs unterstützen dies, Werkzeuge machen es standardmäßig.
Linearisierung (schnelle Web-Anzeige)
Ein linearisiertes PDF ermöglicht dem Browser, die erste Seite schon beim Herunterladen anzuzeigen, ohne die gesamte Datei abwarten zu müssen. Geeignet für PDFs, die auf einer Website zum Online-Öffnen bereitgestellt werden. Das Volumen nimmt nicht zwingend ab, aber die Erfahrung ist besser.
Optimierungsstrategien für verschiedene Szenarien
| Szenario | Strategie | Erwartete Wirkung |
|---|---|---|
| E-Mail-Anhang | Bilder auf 150 DPI herunterrechnen + Schriftarten-Teilmenge | 50 % bis 70 % weniger |
| Website-Download | Stärkere Komprimierung 120 DPI + alle Optimierungen | 60 % bis 80 % weniger |
| Archivierung | Leichte Optimierung, Schärfe erhalten | 20 % bis 40 % weniger |
| Druckausgabe | Kein Downsampling, nur Schriftarten-Teilmenge + Redundanzbereinigung | 10 % bis 20 % weniger |
Hinweise zur Optimierung
Verlustbehafteter Prozess
Downsampling und JPEG-Neukodierung sind verlustbehaftet, mehrfache Optimierungen häufen Verluste an. Die Originaldatei behalten und jedes Mal aus der Originaldatei optimieren.
Nicht überoptimieren
Bei Verträgen, Stempeln und Signaturen kann übermäßige Komprimierung die Rechtsverbindlichkeit beeinträchtigen. Zuerst ein Exemplar testen und die Schärfe bestätigen.
Kompatibilität
Extrem komprimierte oder mit neuen Kodierungen (z. B. JPEG2000) erstellte PDFs lassen sich in alten Readern möglicherweise nicht öffnen. Für externe Veröffentlichung Standardkodierung verwenden.
Zusammenfassung
Die PDF-Optimierung ist ein Prozess aus „Diagnose + zielgerichteter Behandlung": dominieren Bilder, dann herunterrechnen und neu kodieren; dominieren Schriftarten, dann Teilmengen bilden; zuletzt Redundanzen bereinigen. Den Optimierungsgrad nach Szenario wählen, nicht für alle Dateien die stärkste Stufe verwenden. Das Komprimierungswerkzeug von DocsAll läuft browserseitig, sensible Dokumente werden nicht hochgeladen, in Kombination mit PDF zusammenführen ist „zuerst zusammenführen, dann optimieren" am wirkungsvollsten.